Die Schlacht bei den Iârgynd

Elf Bogenschütze

Ein lauer Wind weht über das Gras der Lichtung bei den Blutsteinen, den Iârgynd, wie sie die Elfen nennen. Die Iârgynd, ein Ort der nicht unweit der Elfenstadt Caras Harthad liegt, aber von keinem Elfen betreten wird, wenn es sich vermeiden lässt, denn er bedeutet für sie Fluch, Schrecken und Verderben.

Die Sonne lässt sich gemächlich am Horizont fallen, während die Krähen über der Lichtung kreisen und krächzen. Eine von ihnen sinkt auf einen Schädel nieder, der die Spitze eines ganzen Haufens von Knochen bildet. Ein mächtiger Prügel aus Holz zerschmettert den Kopf, doch die Krähe rettet sich vorher mit hastigen Flügelschlägen. Der Schwinger der Keule, ein enormer Ettin, lacht vor sich hin, wirft einen weiteren abgenagten Knochen auf den Haufen und trollt sich zurück zu seinen Kameraden, die inmitten der Blutsteine ein Lagerfeuer entzündet haben und dort ihr grausames Festmahl abhalten. Zwanzig an der Zahl sind sie und sie verschlingen gerade die Leiber der Elfen, die sie im Wald aufgegriffen und erschlagen haben. Vor acht Tagen haben sie sich hier niedergelassen und fressen was sie erwischen können. Träge sind sie, aber groß und kräftig genug um Bäume umzuwerfen. Zwei Häupter, die sich nicht immer eins sind, ruhen auf ihren Schultern. Am Körper tragen sie nur die schlecht zusammengeflickten Häute und Felle ihrer Beute und ihre Waffen sind nicht mehr als kleine Holzstämme oder große äste, mit denen sie ihren Opfern alle Knochen brechen.

Der Wind lässt die Blätter am Waldrand rascheln. äste bewegen sich und ein Schemen huscht flink durch den Wald. Casa'hil, der Elfenschütze, lehnt sich an einen Baumstamm und spannt seinen schweren Elfenlangbogen. Mindestens zwei Dutzend andere Schützen tun es ihm gleich. Der Wald ist voll mit Elfenkriegern in Elfenkettenhemden und Elfenbrustpanzern, deren mattes Metall der Sonne verwehrt, sie vorzeitig zu verraten. Etwa 50 von ihnen nähern sich in geduckter Haltung dem Waldrand; Schützen und Kämpfer mit Speeren, Schwertern und Schilden. Die letzte Sehne ist auf den Bogen gespannt und ohne ein weiteres Kommando wird der Schritt der Elfen schneller und steigert sich in einen Sprint, die Elfenschützen in der vordersten Linie.

Vögel steigen aufgeschreckt in den Himmel und richten die Aufmerksamkeit der Ettin gen Waldrand. Ein paar der intelligenteren unter ihnen greifen nach den Keulen.

Im Sprint haben die Elfenschützen den ersten Pfeil auf die Sehne gelegt. Sie treten aus dem Wald, machen halt und feuern einen tödlichen Hagel auf die Ettins. An den Schützen stürmen die restlichen Krieger vorbei und eine Welle entschlossenen Zorns schwappt den Ettins entgegen.

Nachdem der letzte Krieger an Casa'hil vorbei aus dem Wald gehastet ist, wendet er sich mit etwa sechs anderen Schützen der rechten Flanke zu. Mit schnellen Schritten bewegen sie sich an der Schlachtreihe vorbei, um die Ettins von der Seite anzugreifen. Drei der schwerfälligen Kreaturen bemerken den Schützentrupp und greifen sie mit großem Gebrüll an. Casa'hil beginnt sofort eine schnelle Folge weniger gezielter Pfeile auf die Angreifer loszulassen. Zwei der Pfeile sausen an einem der Kolosse vorbei, doch der Dritte durchschlägt die Kehle des linken Kopfes und ein Vierter verbohrt sich im rechten Knie. Der Rest des Trupps nimmt ebenfalls die Ettins unter Beschuss, doch die Bestien bewegen sich im Blutrausch, trotz mehrerer Treffen weiter auf die Elfen zu.

Casa'hil lässt einen Pfeilen nach dem Anderen von der Sehne schnellen und nach einigen weiteren Treffern des rechten Beines des Ettins, knickt dieses um und der Fleischberg fällt zu Boden, wobei Erde und Gras in die Luft geschleudert werden. Casa'hil zögert nicht lange, zieht sein Scimitar und springt auf den Rücken seines Gegners. Dort stößt er es durch die dicke Lederhaut. Der noch lebende Kopf des Ettins brüllt vor Schmerzen und Todesangst. Ein weiterer Stoß des Elfen in das Kreuz des Monsters, bringt auch diesen Schrei zum verstummen. Ein großer Schatten fällt auf den Elfenschützen und dieser kann noch in letzter Minuten zur Seite springen, bevor er von der riesigen Keule eines anderen Ettins zerquetscht worden wäre. Stattdessen sinkt diese auf den Gefallenen nieder und ein Schwall aus Blut tritt aus den Stichwunden, die Casa'hil diesem zugefügt hat. Der wütende Ettin erhebt seine Keule erneut, um einen weiteren vernichtenden Schlag auf den Elfen zu richten. Auch dieser hat schon einen Kopf verloren und aus mehreren Wunden tritt Blut. In einem verzweifelten Kraftakt, den Tod vor Augen, schleudert der Elfenschütze sein Scimitar auf den Ettin, welches sogar trifft und in die Brust eindringt. Mit aufgerissenen Augen blickt der gebliebene Kopf auf die Klinge, die ihm aus dem Fleisch ragt und taumelt einige Schritte zurück. Das Pfeifen von Elfenpfeilen füllt die Luft und eine weitere Salve erwischt den verwundeten Koloss, welche ihn von den Füßen reißt.

Mit gespanntem Bogen und dem Pfeil im Anschlag nähert sich Casa'hil dem Ettin, doch der Gesichtsausdruck der Bestie vermittelte ohne Zweifel, dass diese Kreatur ihren letzten Atemzug getan hatte. Mit einem Ruck reißt der Elf seine Waffe aus dem Brustkorb. Erst jetzt wagte es der Schütze wieder ein wenig Zeit aufzuwenden, um zu sehen, was die Schlachtreihe der Krieger macht.

Auch dort scheint die Schlacht schon geschlagen zu sein. Ein letzter Ettin wird zu Boden gerissen und dort sein Ende besiegelt. Drei Ettins flüchteten sich in den Wald, verfolgt von einer Schar Krieger. Auch diese Kreaturen würden nicht weit kommen.

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