Dungeons & Dragons

Rollenspiel

Da ihr diesem Link gefolgt seid, nehme ich an, ihr habt noch nie etwas von Rollenspiel gehört oder zumindest noch nie in einer Gruppe gespielt. Alle Anderen muss ich vorwarnen, denn ich werde euch Rollenspielern nichts Neues erzählen.
Aber nun zu meinem Versuch in möglichst kurzer Form zu erklären, was man eigentlich nur in der Praxis richtig verstehen und kennen lernen kann:

Was braucht man für ein Rollenspiel?
Wie sieht so eine Rollenspiel - Runde aus?
Die Macht der Zahlen und Würfel im Rollenspiel

Ich beginne meine Erklärung zu Pen & Paper - Rollenspiel (im Folgenden mit P&P abgekürzt) mit einer Frage:
Weshalb schauen wir uns Spiel- und Kinofilme an, warum lesen wir Bücher? Da wir unterhalten werden wollen. Sei es durch die Spannung eines Krimis, durch den Schrecken von Horrorfilmen und -literatur oder geballte Action.

Ähnliche Motive bringen P&P - Rollenspieler dazu sich mehr oder weniger regelmäßig zu treffen und einen Abend oder gar ganzen Tag am Tisch mit Papier, Bleistift und Getränk zu verbringen.
Doch im P&P ist man nicht an die Handlung des Buches oder des Films gebunden. Man gibt sich auch nicht damit zufrieden, die Geschehnisse nur als "Beobachter" zu erleben. Im P&P ist man mitten drin, man ist der Held, das Opfer, der Täter in einer eigens geschaffenen Geschichte und Welt. Man entscheidet was als nächstes geschehen soll.

Die erste Regel des Rollenspiels: Es soll allen Beteiligten Spaß machen!

Was braucht man für ein Rollenspiel?

Eigentlich nur Fantasie und genügend Freunde bzw. Freundinnen, die mit einem spielen möchten. Wie die Bezeichnung erahnen lässt kommen üblicherweise noch Papier und Bleistift zum Einsatz. Ebenfalls gehören Würfel jeglicher Seitenzahl zum allgemeinen Inventar.

Je nachdem, in welcher Umgebung, unter welchen Bedingungen man spielen will, gibt es ausgearbeitete Systeme im Handel zu erwerben.
In einem oder mehreren Büchern sind Regeln zusammengefasst, die den Spielablauf grundsätzlich festlegen, vergleichbar mir der Spielanleitung in einem Brettspiel. Häufig sind diese Regeln für bestimmte Szenarien ausgelegt und eine entsprechende Beschreibung gleich angefügt.
Wie beim Film ist es also möglich in einer Welt mit Elfen, Zwergen, Orks und Menschen zu spielen, ein endzeitliches Szenario in der Zukunft zu erforschen oder eine Welt unter Wasser zu bespielen. Theoretisch könnte man die Handlung genauso gut in der Gegenwart im Heimatort anlegen, aber die meisten Rollenspieler wollen doch eher, wie die meisten Kinobesucher, etwas erleben, was weiter weg von ihrem Alltag ist.

Wie sieht so eine Rollenspiel - Runde aus?

Wir haben zwischen 4 und 6 Personen unterschiedlichen Alters, versammelt um einen Tisch. Es gibt auch kleinere und größere Gruppen, aber dies ist mit Vor- und Nachteilen verbunden und auch nicht einfach zu handhaben.

Die Mitglieder der Gruppe teilen sich in Spieler und einen Spielleiter. Um beim Filmbeispiel zu bleiben: Die Spieler sind die Hauptdarsteller; sie entscheiden über Text und Handlungen, der von ihnen zuvor gestalteten Charaktere.
Der Spielleiter ist sozusagen Drehbuchautor, Regie und Erzähler, er übernimmt auch alle Nebenrollen. Der Spielleiter gibt den Spielern vor, in welcher Umgebung sie wandeln, welche Hindernisse sie zu überwinden, welche Rätsel sie zu lösen haben, welche Folgen ihre Handlungen haben, welchen Gestalten sie begegnen usw. Er erzählt ihnen sozusagen in kleinen Etappen eine Geschichte, macht aber viele Pausen, um die Spieler genauso zu Wort kommen zu lassen.
Die Spieler berichten dem Spielmeister, wie ihre Charaktere auf die von ihm gegebene Situation reagieren, was diese sagen etc. und dieser erzählt ihnen dann wiederum, wie die Situation sich daraufhin verändert.
Auf diese Weise entwickelt sich ein Handlungsablauf der Büchern und Filmen, je nach Engagement der Beteiligten, in nichts nachsteht, nur dass die Gruppe diesen Ablauf nach ihren eigenen Vorstellungen gestaltet hat. Man könnte Rollenspiel als eine Art gemeinschaftliches Erzählen mit fester Rollenbesetzung sehen, welches leicht schauspielerische Einschläge hat.
Die Spieler müssen sich in ihren Charakter hineinversetzen, um seine Reaktionen gut zu beschreiben.
Gespräche zweier Charaktere im Rollenspiel bzw. in der Geschichte, um im Bild zu bleiben, werden direkt geführt, sprich, die Spieler reden direkt miteinander und tun dabei so, als wären sie ihr Charakter.

Die Macht der Zahlen und Würfel im Rollenspiel

Zuvor erwähnte ich die Würfel, die zum allgemeinen Inventar eines P&P - Rollenspielers gehören. In den meisten Systemen kommt diesen eine recht große Bedeutung zu.
Was ein Charakter kann und wie gut er es kann, wird in Zahlenwerten festgelegt. Wie stark ist er, wie schnell, wie geschickt, wie schnell lernt er, wie gut kennt er sich auf verschiedenen Gebieten aus?
All den mit diesen Fragen verbundenen Fertigkeiten und Fähigkeiten werden Werte zugeordnet (daher Papier und Bleistift, um diese festzuhalten).
Wie diese Zahlenwerte genau aussehen und berechnet bzw. ausgewürfelt werden legt das bereits erwähnte System, also das Regelbuch, fest.
In bestimmten Situationen (z.B. Kämpfen, aber auch der Versuch eine Maschine zu reparieren oder, um in unserer Welt zu bleiben, den Basketball im Korb zu versenken) liegt es aber nicht nur in der Hand der Spieler, wie die Angelegenheit laufen soll. Der Zufall wird ins Spiel gebracht, um die Spannung zu halten. Die Würfel sollen dann entscheiden, ob es ein Spieler geschafft hat, sein Können auch einzusetzen, wenn es darauf ankommt.
Die Zahlenwerte legen praktisch die natürlichen oder erlernten Begabungen eines Charakters fest; ob er kräftig ist, ob er gut mit Technik umgehen kann, ob er viel über die Natur weiß etc. Sie werden mit dem Würfelergebnis verrechnet und erhöhen oder verringern damit die Erfolgschancen des Charakters.
Wobei es natürlich ganz in der Hand des Spielers liegt, was sein Charakter macht oder zu tun versucht und was nicht. Er braucht es nur zu erzählen, zu beschreiben oder zu sprechen und automatisch entsteht in den Gedanken der anderen ein Bild vom Geschehen, auf das der Meister oder sie selbst reagieren können, wann und wie immer sie wollen.


P&P ist also die Möglichkeit, seine Unterhaltung so zu gestalten, wie man es sich vorstellt. Es liefert Zugang zu Welten und Vorstellungen, die man eigentlich nur aus Büchern und Filmen kennt. Doch nun kann man sie selbst beeinflussen.
Es liefert einem mehr als nur die Position des Zuschauers und es regt Geist und Kreativität an.
Natürlich darf man auch nicht die Bedeutung des gemeinschaftlichen Beisammenseins mit Essen und Trinken vergessen, welches ein wichtiger Teil eines jeden Treffens ist.

Wer einen Weg sucht sich abwechslungsreich mit seinen Freunden/Freundinnen zu amüsieren, dem ist anzuraten, es mal mit P&P zu versuchen.


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