Waldhatz

Waldläufer

Dicke Wassertropfen gleiten von den Blättern des dichten Waldes und klopfen auf die Kapuze eines Umhangs, der gut getarnt in den Wipfeln ruht. Darunter starren zwei dunkle Augen durch den Vorhang, den der Regen geschaffen hat.

Eine junge Frau hastet ungeschickt durch das Gestrüpp. Die Kleider an ihrem Leib wurden von Dornen zerrissen und ihr langes rotes Haar liegt getränkt vom Regen auf ihren Schultern. Gehetzt blickt sie immer wieder hinter sich zu den Schatten, die sie nicht los wird und die ihr mit bitterer Entschlossenheit folgen.

Ein Blitz fährt über den Himmel und die Schatten verwandeln sich in finstere Schergen. Einer schwer in Metall gerüstet, mit vernarbten Gesicht und Glatze. Sein Blick drückt Freude über die Ausweglosigkeit seines Opfers aus. In seinen stählernen Händen hält er eine Kette an der ein monströser Hund zerrt. In dessen Augen brennt der Blutdurst und seine Lefzen offenbaren Zähne, die zum Töten geschaffen wurden. In etwas Abstand dazu streifen zwei dürre, verkrüppelte Schergen durch das Unterholz. In ihren hässlichen Gesichtern spiegelt sich pure Schadensfreude und Wahnsinn.

Die Frau stürzt von einer Wurzel am Knöchel umschlungen. Als sie nach ihren Verfolgern sieht, bewegen diese sich schon wenige Meter entfernt auf sie zu mit grinsenden Gesichtern, die Bestie neben sich knurrend und sabbernd.

Ein weiterer Blitz erhellt den Wald, der Donner ist fast ohrenbetäubend. Als der Donner wieder nachlässt blickt der Räuberhauptmann verwundert an der schlaff hängenden Kette runter. Die Bestie von Hund liegt in ihrem Blut, ihr Hals von einem Speer durchstoßen.

Wütend brüllt der finstere Hüne in den Wald und seine Handlanger blicken verängstigt und wirr in die Dunkelheit des Waldes und suchen nach dem Speerwerfer.

Arlon Faralor nutzt die Verwirrung, um sich von seiner Astgabel auf einen der Krüppel fallen zu lassen, dabei durchstößt sein Speer dessen linkes Auge. Nur noch ein schmerzerfülltes hohes Gurgeln ist zu vernehmen, bevor Arlon auf ihm landet und seinen leblosen Körper zu Boden drückt. Der andere Krüppel stürmt schreiend mit seiner Kampfangst auf den Waldläufer zu. Im letzten Moment springt Arlon seitlich an dem Angreifer vorbei. Metall schneidet durch Fleisch.

Entsetzt blickt der Bandit auf die klaffende Wunde an seiner Seite und kippt ins Gestrüpp. Blut tropft von Arlons Kurzschwert, welches er im Sprung gezogen hatte und der Waldläufer richtet seinen Blick auf den vor Wut brennenden Hauptmann. Mit einem Gebrüll, das die Tiere aus den Bäumen jagt, zieht dieser sein Bastardschwert. Arlon setzt in diesem Moment mit großen schnellen Schritten nach vorne und versucht den Hauptmann auf seinen Speer zu spießen.

Doch dieser schmettert ihn mit einem kräftigen Tritt in die Seite an die Bäume. Sofort setzt der Hauptmann nach und schlägt mit einem gewaltigen Hieb nach dem Waldläufer. Kaum gelandet rollt sich Arlon auf die Seite und lässt die Klinge des Bastardschwertes im Baum versinken und rammt seinen Speer in die Seite des Mörders. Dunkles Blut tritt aus der Wunde und unter einem Schmerzensschrei versetzt der Hauptmann Arlon einen Faustschlag, der den Speerschaft durchschlägt und den Waldläufer einige Meter weit zurückwirft. Mit einem kräftigen Ruck wird das Bastardschwert aus dem Baumstamm gerissen. Doch der Speer steckt Tief und die Bewegungen des blutrünstigen Hünen werden träger und das Atmen fällt im schwer. Wenig später sinkt er mit einem stöhnen zu Boden. Arlon tritt langsam und vorsichtig an den Gefallenen heran, steigt auf dessen Schwertarm und stößt sein Kurzschwert durch den Rücken in das Herz des Banditen.

Nachdem Arlon Faralor seine Waffen wieder eingesammelt hat, reicht er der jungen Frau, die noch gar nicht verarbeiten konnte, was gerade geschehen war, seine Hand und spricht: "Du hattest Glück, dass sich unsere Wege gekreuzt haben. Ich werde dich zu deinen Leuten begleiten."

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