Frettchenzimmer

Frettchenzimmer Die Entscheidung für ein Frettchenzimmer hängt relativ stark von den eigenen Wohnverhältnissen ab. Jedoch heißt dies nicht automatisch, dass man einer Zimmer alleinig für die Haustierhaltung besitzen muss.
Bei mir beispielsweise ist das Frettchenzimmer eigentlich die Küche meiner Wohnung. Ich konnte diesem Raum nutzen, weil sich in ihm ohnehin keine für Frettchen erkletterbaren Möbelstücke, ausgrabbare oder umkippbare Blumentöpfe, Ritzen, aus denen man sie unter Umständen nicht mehr herausbekommen würde, oder andere Gefahren wie Steckdosen in Reichweite befanden.
Auch hatte meine Küche einen PVC-Boden und keinen Teppich, der schnell zerstört oder zumindest verschmutzt werden könnte.

Neben diesen Kriterien ist es auch sehr günstig, wenn das Zimmer nicht tapeziert, sondern nur gestrichen ist, weil manche Frettchen gerne mal an etwas abstehenden Tapeten reißen.

Für Frettchen ist so ein kahler Raum natürlich tot langweilig und deshalb benötigen sie unbedingt einen Kletterbaum oder Regalbretter, über die sie an der Wand entlang laufen können.
Die Regalbretter aus Holz sollte man rutschfest überziehen, falls sie höher als 1 m über dem Boden angebracht sind, damit die Frettchen nicht zu leicht ausrutschen und hinunterfallen.
Hierfür nimmt man beispielsweise Teppichboden, der auf der Unterseite festgenagelt bzw. -getackert wird, damit die Frettchen keinen Ansatz zum Wegkratzen finden. Regalbretter sind montagefertig im Baumarkt zu erhalten.
Bei meinen Frettchen musste ich eine solche Regalbretterkonstruktion wieder abbauen, weil sie beim Toben sehr oft hinuntergefallen wären, wenn ich sie nicht aufgefangen hätte.

Frettchen in Schlafkiste

An dessen Stelle trat ein Kletterbaum. Viele Frettchenbesitzer legen sich Katzenkratzbäume zu und erweitern diese dann durch einige Röhren und Schrägen.
Da diese Bäume meist mit Kunstfell überzogen sind, welches sich normalerweise nicht zum waschen abnehmen lässt bzw. das auf Grund des mit der Zeit einziehenden Geruchs eigentlich immer wieder gewaschen werden müsste, habe ich mich entschlossen den Kletterbaum selbst aus Holz herzustellen und die Schlafkiste gleich zu integrieren.
Die einfache Holzkonstruktion aus Brettern und Vierkanthölzern war schnell zusammengeschraubt und wurde durch Röhren aus dem Baubedarf erweitert. Die Bretter lies ich schon im Baumarkt zuschneiden. Wie bei einem selbstgebauten Käfig hat man auch hier den Vorteil die Masse individuell anpassen zu können. Des Weiteren lässt sich der Kletterbaum gut mit einem feuchten Lappen abwischen.

Auch die Wandhalterung für die Nippeltränke ist eine Eigenkonstruktion aus dünnen Vierkanthölzern. Die Trinkflasche lässt sich problemlos herausnehmen und hält dennoch fast senkrecht an der Wand.

Frettchen beim Schranköffnen

Im Frettchenzimmer müssen alle Schranktüren in Frettchenreichweite mit Kindersicherungen versehen werden.
Eine andere Möglichkeit wären spezielle Schrauben, wie man sie für das Aufhängen von Bildern verwendet. Diese werden neben der zu öffnenden Seite der Schranktüre in den Schrank geschraubt. Durch Drehen der Schraube kann man die Schranktüre wieder blockieren, nachdem man sie geöffnet hat.
Haben die Schränke jeweils zwei Knäufe, so spannt man einfach einen Gummi darüber.
Am günstigsten sind natürlich abschließbare Schranktüren oder eben keine Schränke, in die die Frettchen nicht hinein sollen, im Zimmer.

Da Frettchen sich sehr flink hinter ihren Besitzern durch Türen drücken können und dadurch auch die Gefahr besteht, dass sie eingeklemmt werden, ist es sehr praktisch die Tür des Frettchenzimmers mit einer Art Kinderlaufgitter zu versehen.
Dieses besteht aus zwei Brettern, welche etwas schmaler als die Türöffnung sind. Die Höhe des unteren Bretts beträgt 48cm. Das obere Brett dient als Überhang, so dass die Frettchen nicht von innen hinüber springen können und die Konstruktion dennoch so niedrig ist, dass man sie einigermaßen bequem übersteigen kann.
Seitlich wurde das Brett über gummierte Schrauben, wie sie für Kinderlaufgitter üblich sind, in der Tür eingeklemmt. Die Tür mit Riegelschloss kann geöffnet werden, damit beim täglichen Auslauf der Frettchen das Brett nicht immer ganz herausgenommen und wieder eingepasst werden muss.

Ansonsten erspart einem das Frettchenzimmer natürlich die Kosten für eine Voliere. Nutzt man es sonst noch anderweitig im Haushalt sollte man aber darauf achten, nicht auf die Frettchen zu treten, die einem ständig um die Beine wuseln und an allem und jedem interessiert sind.
Wird das Zimmer selten oder gar nicht anderweitig genützt, kann man das Fenster immer gekippt lassen, so dass der den Frettchen eigene Geruch etwas vermindert wird, was auch ein großer Vorteil dieser Haltungsart sein kann.

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