Freie Wohnungshaltung

Es ist möglich seine Frettchen wie Katzen frei in der ganzen oder zumindest einem Teil der Wohnung oder des Hauses zu halten.
Allerdings müssen hierfür einige wichtige Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.
Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es der falsche Weg wäre zu versuchen das Frettchen der Wohnung anzupassen, es also wie einen Hund erziehen zu wollen. Vielmehr muss die Wohnung dem Frettchen angepasst werden, denn Frettchen sind nun mal keine Hunde und werden sich auch nie so erziehen lassen.
Außerdem haben Frettchen einen unverwechselbaren Eigengeruch, den manche Menschen als sehr störend empfinden und der v.a. bei kleinen Wohnungen sehr dominant werden kann und überall einzieht.

Frettchen erkundet neugierig

Eine andere Überlegung ist, dass man leicht auf die flinken Frettchen oder ihre Schwänzchen treten kann und sich somit zumindest im ersten Jahr nachdem die Frettchen eingezogen sind, jederzeit sehr vorsichtig bewegen sollte.
Auch Türen, die zugemacht werden oder zuschlagen, sei es durch Absicht oder einfach nur wegen Durchzug, stellen eine erhebliche Gefahr dar. Deshalb würde ich diese Haltung nur bei Einzelpersonen empfehlen, oder wenn jedes Mitglied des Haushalts vollkommen damit einverstanden ist und bereit ist diese Einschränkungen in vollem Umfang mitzutragen.

Frettchen öffnet Türe

Ein anderes Problem stellen Schranktüren dar. Diese müssen im entsprechenden Abschnitt unter Frettchenzimmer beschrieben geschützt werden.
Auch klettern Frettchen an Gardinen und anderem hoch oder springen vom Sofa auf den Tisch und aufs Regal. Die Beweglichkeit der Frettchen sollte man nicht unterschätzen. Und im Gegensatz zu Katzen nehmen sie keine Rücksicht und werfen alles was ihnen vor die Pfoten kommt um oder schleppen es in versteckte Ecken, in denen man es nicht wiederfindet.
Sind giftige Dinge wie Blumendünger, Alkohol, Spülmittel oder andere Chemikalien darunter, kann dies unter Umständen tödliche Konsequenzen haben. Daher sollten derartige Dinge stets weggeschlossen werden und auch sofort nach Gebrauch wieder unerreichbar für die Frettchen verstaut werden.
Überhaupt sollte man so wenig wie möglich frei in der Wohnung herumstehen haben was die Frettchen leicht umwerfen oder wegtragen können.

Blumentöpfe müssen vor Ausgraben geschützt werden, indem man die Erde mit einer Aussparung für den Pflanzenstil abdeckt. Die Abdeckung kann beispielsweise aus einer zugeschnittenen Holzscheibe oder engmaschigem Hasengitter bestehen.

Zwei Frettchengeschwister

Ansonsten benötigt man genau wie für das Frettchenzimmer einen Kletterbaum, auf dem die Frettchen ungestört spielen können. Näheres dazu im entsprechenden Abschnitt unter Frettchenzimmer.

Die Wohnung sollte noch sorgfältiger als bei einer reinen Auslauffunktion mit Kloschalen und Tüchern für die Ecken ausgestattet sein.
Außerdem ist es sehr praktisch die Haustüre bzw. die Türen, die aus dem für die Frettchen vorgesehenem Bereich hinausführen, wie beim Frettchenzimmer mit einem ausreichend hohem Brett zu sichern.

Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings nur sagen, dass man so viel sichern kann und sollte wie nur irgend möglich.
Ob man aber auch wirklich alles bedacht hat und die getroffenen Maßnahmen auch ihren Zweck so erfüllen wie erwartet, wird man erst bei Einzug der neuen Hausgenossen wirklich feststellen können. Deshalb sollten diese gerade in den ersten Tagen nicht aus den Augen gelassen werden.
Am Besten ist es ihre Aktivität am Anfang auf ein Zimmer zu beschränken und sie erst nach und nach das restliche Territorium erkunden zu lassen.
Und nicht aus der Ruhe kommen, wenn das Frettchen mal plötzlich weg ist und man es dann aus irgendeinem Winkel der Wohnung locken muss, von dem man vorher nicht mal wusste, dass es ihn überhaupt gibt bzw. der eigentlich total unzugänglich sein sollte :)

 
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