LARP (Live-Rollenspiel)

Latexüberzug und Bemalung der Waffe

Latex-Bemalung von Larp-Waffen Latex
Pinsel
Die transparenten Schichten
Die farbigen Schichten
Die Anzahl der Schichten
Tips und Tricks
Der Waffenlack
Die Waffenpflege

Latex

Latex-Flasche, Abtön-Farbe, Pigmente und Pinsel Latexmilch erhaltet ihr am einfachsten in Larpläden, wo ihr sie am Besten gleich zusammen mit dem Schaumstoff bestellt bzw. kauft. Man kann Latex auch über die Industrie beziehen, dann aber evtl. nur in großen Mengen.
Es sei auch erwähnt, dass die Latexlösungen eine unterschiedliche Zusammensetzung haben können, so dass ein gewisses Wissen über die Zusammensetzung und Eignung erforderlich ist.
1l Latexmilch reicht für mindestens 3 Schwerter, je nach Größe. Ich selbst habe aus einem Liter Latexmilch zwei Katanas, zwei Äxte, ein Handschild und eine Stangenwaffe hergestellt.
Eine angebrochene, aber gut wiederverschlossene Latexflasche kann über zwei Jahre in einem verarbeitungsfähigem Zustand bleiben. Latex hat eine milchige Farbe und riecht stark nach Schwefel. Getrocknet riecht er so gut wie nicht mehr und wird bis auf einzelne Stellen oder Luftblasen vollständig transparent.
Latexdämpfe sind giftig, also solltet ihr im Freien oder in einem sehr gut gelüfteten Raum arbeiten.

Pinsel

Für den Anstrich benötigt ihr pro Waffe 1-5 Pinsel. Ich streiche am liebsten mit Borstenpinseln aus dem Baumarkt.
Pinsel sind hier als Verbrauchsmaterial zu sehen. Der Latex verfestigt sich beim Anstreichen nämlich auch im Pinsel, dessen Borsten dann zu einem festen Gummiklotz zusammenkleben. Man kann damit kaum noch streichen.
Ich würde deshalb gerade bei mehrfarbigen Waffen, also etwa Holz und Metall, empfehlen, mindestens 3 Pinsel zur Hand zu haben.

Ihr könnt die Pinsel mit einer Metallbürste reinigen. Für grobe Anstriche reicht es aus, nur die Pinselhaarenden von Latexklümpchen frei zu bürsten.
Für feine Striche solltet ihr den Pinsel schon beim ersten Benutzen nicht zu tief in den Latex eintunken, damit man ihn wieder gänzlich säubern kann. Am Pinselhaaransatz ist der dort einheitliche Latexklumpen so gut wie nicht zu entfernen.
Ich gehe deshalb folgendermaßen vor: sobald ich merke, dass der Pinsel zu stark eingeklumpt ist, tauche ich ihn in ein Wasserglas, um den Rest flüssigen Latex auszuwaschen. Ich wringe die Borsten etwas aus und beginne sofort mit einer Drahtbürste den Latex zu entfernen. Das Wasser im Glas sollte häufiger gewechselt werden.

Pinsel mit Latexresten

vor Drahtbürstensäuberung

Pinsel gesäubert

nach Drahtbürstensäuberung

Das Ganze ist etwas mühsam, so dass ihr euch entscheiden solltet, wie viel ihr jeweils in Pinsel, die Säuberungsarbeit oder die Qualität des Anstriches investieren möchtet.
Achtet auf Latexklümpchen, die sich im Pinsel gebildet haben, und auf der Waffe verbleiben können. Bei der Pinselqualität gilt es zu bedenken, dass billige Pinsel häufiger Haare verlieren, die nach Trocknen der Latexschicht auf der Waffe sichtbar bleiben.
Ich ziehe günstige Pinsel in diesem Fall dennoch vor, da sich teure auf Grund des Verbrauchs meiner Ansicht nach nicht lohnen. Solltet ihr euch auch für billigere Pinsel entscheiden, seid besonders aufmerksam wegen losen Pinselhaaren.

Schöne Farb- und Strukturergebnisse werden mit Air-Brush erzielt. Ein Pinsel ist aber anfangs völlig ausreichend. Ich ziehe ihn inzwischen sogar vor, weil ich meine Ergebnisse mit dem Pinsel fast für realistischer halte.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Schwämmchen. Über die Qualität der Ergebnisse kann ich aber mangels praktischer Erfahrung keine Auskunft geben.

Die transparenten Schichten

Die ersten 3-4 Schichten der Waffe werden mit ungefärbtem Latex gestrichen. Nach jeder Schicht müsst ihr warten bis die vorherige Schicht trocken ist. Dies kann je nach Eindickung des Latex und Umgebungstemperatur 2 bis 20 Minuten dauern.
Achtet immer darauf, dass sich keine Tropfen bilden.
Sollte der Griff auch aus Schaumstoff sein, müsst ihr diesen nicht mitstreichen. So könnt ihr die Waffe später besser zum Trocknen aufhängen.

Solltet ihr die Waffen nicht am Griff aufhängen, könnt ihr immer nur eine Seite der Waffen einstreichen und diese erst umdrehen bis erstere trocken ist oder ihr müsst die Waffe ständig in Händen halten.
Ich hänge die Waffe nur nach der letzten Latexschicht auf und streiche ansonsten immer nur eine Seite.

Der Latex soll besser am Schaumstoff halten, wenn man die erste Schicht etwas mit Wasser verdünnt und gut in den zuvor etwas aufgerauten Schaumstoff mit dem Pinsel einmassiert.
Einen auffallenden Unterschied konnte ich selbst aber bisher noch nicht bemerken.

Solltet ihr weißen Schaumstoff verwenden, gibt es die Möglichkeit diese ersten Schichten schwarz anstatt transparent zu machen. Ihr benötigt dadurch etwas weniger Silberfarbe.
Was ihr bei der Farbe beachten müsst, findet ihr im folgenden Abschnitt.
Jedoch halte ich schwarze Schichten für nicht notwendig, da die späteren silberfarbenen Schichten ohnehin deckend sein sollten und eine schwarze Lasur, wie ich sie später noch beschreiben werde, jeglichen weißen Grundton überdecken wird.

Die farbigen Schichten

Farbige Latex-Schicht auf Larp-Waffe Es folgen 2-3 farbige Schichten. Latex darf allerdings nicht mit Farben gefärbt werden, die bestimmte Bindemittel enthalten.
Es gibt verschiedene Meinungen welche Farben man hier bedenkenlos einsetzen kann. Auf der sicheren Seite seid ihr wohl, wenn ihr Farbpigmente verwendet, zu erstehen entweder im örtlichen Bastelladen, Farbenbedarf oder ebenfalls bei Larphändlern.
Aluminiumpigment und Graphit im Verhältnis 3:1 sollen einen geeigneten Farbton ergeben.
Um aber einen ähnlichen Effekt wie auf meinen Waffen zu erzielen, muss der Farbton zunächst heller sein als der Endton. Beschreiben kann ich ihn recht genau, denn er entspricht der Farbe "Chainmail" der Firma GamesWorkshop, die das Tabletopspiel Warhammer herstellt. Diese Acrylfarben sind recht teuer, aber ebenfalls geeignet zur Einfärbung von Latex.
Auch mit Abdeckfarben aus dem Baumarkt hatte ich bisher keine Probleme. Den Grundsilberton für einige Waffen mischte ich mir so aus gekauftem Silberpigment (wohl Aluminium) aus dem Larphandel und schwarzer Abdeckfarbe, von letzterem allerdings nur einen sehr kleinen Klecks.

Polsterwaffen-Axt-Kopf nach erten Farb-Schichten Bedenkt aber, dass der flüssige Latex durch seine milchig weiße Farbe den Farbton merklich aufhellt. Nach dem Trocknen ist er durchsichtig und die Waffe deutlich dunkler. Auch Abdeckfarbe dunkelt normalerweise beim Trocknen nach.
Deshalb mische ich die Farbe zunächst ohne Latex an, bis ich den richtigen Farbton habe. Vor allem bei Pigmenten ist dazu etwas Wasser erforderlich.
Dann erst gebe ich den Latex dazu. Um euch sicher zu sein, könnt ihr ein Restschaumstoffstück einstreichen und es trocknen lassen.
Nachdem ihr die erste Schicht farbigen Latex auf die Waffe aufgepinselt habt, könnt ihr die Farbe noch verändern, allerdings solltet ihr hier sehr vorsichtig vorgehen.

Es ist normal, wenn ihr die silberne Farbe kaum im flüssigen weißen Latex seht. Ihr solltet aber ausreichend Farbe anmischen, damit die Waffe nach 2-3 Anstrichen mit dem farbigen Latex deckend bemalt ist.
Dennoch muss der Latexanteil immer deutlich höher bleiben als der Farbanteil.
Gerade Silberpigment, auch das in der GamesWorkshop - Farbe, lässt den Latex schneller hart werden als normal. So gefärbtes Latex lässt sich praktisch nicht flüssig lagern.

Die Anzahl der Schichten

Polsterwaffen-Axt mit erster farbiger Latex-Schicht Die Anzahl der Gesamtlatexschichten sollte so bemessen sein, dass ein ausreichender Schutz des Schaumstoffkerns gewährleistet ist.
Er sollte nicht zu leicht aufreißen, wenn man mit der Waffe z.B. auf Schotter oder ähnliches fällt. Meist sind es aber Metallrüstungen und Kettenhemden, die der Waffe mit spitzen Kanten (selbst wenn sie gebörtelt sind) schaden.
Andererseits sollte die Latexschicht auch nicht zu dick und damit zu hart sein, so dass die polsternde Wirkung des Schaumstoffs durch den gummiartigen Latex überdeckt wird.
Meine Waffen haben 5-6 Hauptschichten, die sehr wasserverdünnten nicht mitgezählt. Bei Dolchen und Waffen, die kaum in Berührung mit Gegnern kommen, ist das sicherlich ausreichend.
Bei Schwertern, Schilden und den meisten anderen Waffen nimmt man so aber Beschädigungen in Kauf zu Gunsten der Optik und Weichheit. 8 Schichten würde ich für wiederstandsfähigere Waffen empfehlen, deren Ecken weniger akkurat sein dürfen.
Es sei aber angemerkt, dass es nicht den einen Latex gibt, sondern dieser je nach Hersteller, Zusätzen und Lagerungszeit unterschiedlich dickflüssig sein kann und ihr selbst herausfinden müsst, wie viele Schichten ihr letztendlich auftragt.

Tips und Tricks

Die oberen Abschnitte haben euch Grundsätzliches im Umgang mit Latex erklärt. Eure Waffe dürfte nun einfarbig silbern, braun oder wie auch immer von euch gewünscht aussehen. Manche mögen das für ausreichend halten. Im Prinzip könntet ihr eure Waffe also jetzt zum endgültigen Trockenen weglegen oder zum Trocknen am Griff aufhängen.
Ich will euch nun aber von den Feinheiten erzählen, wie ihr ein überraschend realistisches Aussehen erhaltet.

Pinsel-Strichrichtung auf Larp-Waffe

Beachtet die Strichrichtung beim Pinseln, spätestens bei den farbigen Anstrichen. Im Gegensatz zum Air-Brush zieht der Pinsel leichte Furchen.

Es sieht besser aus, wenn diese an den abgeschrägten Teilen der Klinge alle parallel nach Außen verlaufen als etwa längs der Klinge oder kreuz und quer.
Den Rest der Waffe streicht normal oder eher in Längsrichtung. Achtet auf die Linie, an der die abgeschrägte Klinge beginnt. Hebt diese hervor in dem ihr die quer verlaufenden Pinselstriche hier exakt enden lasst und nicht einzelne darüber hinauszieht.

Streicht Holz immer in Maserrichtung. Ihr könnt den Latex hier auch ein wenig trocknen lassen und dann noch einmal darüber streichen, damit die Furchen besonders tief werden.
Bei Waffenstielen findet letzteres aber bei mir fast nie Anwendung, da das Holz geschnitzt aussehen soll und weniger wie ein rohes Brett.
Bei Schilden sehen tiefe Rillen recht gut aus.

Larp-Waffe mit Lasur Habt ihr den Metallfarbton, wie bereits vorgeschlagen, heller gewählt als beabsichtigt, könnt ihr nun eine aus dem Modelbau und Tabletop bekannte Technik anwenden, um das Metal echter wirken zu lassen.
Mischt einen kleinen Tropfen schwarzer Abdeckfarbe mit einer etwas größeren, aber immernoch sehr geringen Menge Latex.
Gießt Wasser hinzu. Die Verdünnung sollte sehr groß sein. Genaue Angaben kann ich nicht machen, da es sehr davon abhängt, welche schwarze Farbe ihr verwendet, welchen Latex, wie lange die vorherigen Schichten getrocknet haben und wie stark ihr eure Waffe abdunkeln wollt. Ich denke aber, dass auf jeden Fall mehr als 10 Teile Wasser notwendig sind.

Diese Lösung streicht ihr nun auf die Waffe, so dass sich die Farbe in den kleinen Vertiefungen sammelt. Im günstigsten Fall hat eure Waffe schon den richtigen dunklen Farbton. Dann könnt ihr die Lasur sehr dünnflüssig machen. So habe ich bisher die besten Ergebnisse erzielt.
Im Gegensatz zu dunklem Metall kann man zu helles Metall wieder etwas abdunkeln, indem man die Lösung etwas weniger verdünnt. Der Schwarzüberzug wird flächiger, wirkt aber weniger realistisch. Probiert einfach mit der Verdünnung etwas herum. Kleinflächige Probeaufstriche lassen sich schnell mit einem Lumpen wieder entfernen.
Die richtige Verdünnung erzeugt einen fast täuschend echten Metalleindruck.

Auch Holz und viele andere Materialien lassen sich so behandeln und wirken besser.
Bei Horn, Knochen und ähnlichem würde ich je nach gewünschter Tönung auch zur Verwendung von Braun anstatt Schwarz raten.
Die letzte Schicht bei der Waffenbemalung ist bei mir immer eine solche Lasur komplett über die ganze Waffe, abgesehen ich wende nachfolgende Technik als oberste Schicht an.

Es geht nämlich auch andersherum, mit einer weiteren Technik aus dem Tabletop, dem "Trockenbürsten". Hierfür muss der Metallgrundton dunkler gewählt werden, als er sein soll, wenn die Waffe fertig ist. Der Metallton, der aufgebürstet wird dagegen sollte relativ hell sein und sich vom Grundton sichtbar abheben.
Da man diese Technik genauso gut für Holz verwenden kann, erkläre ich sie nachfolgend hierfür.
Metall lässt sich prinzipiell aber genauso behandeln, was inzwischen auch von einigen kommerziellen Händlern standardmäßig gemacht wird.

Holzmaserung mit Latex Ihr müsst ein wenig Abdeckfarbe mit Latex mischen und dabei etwas mehr Latex als Farbe verwenden. Die Farbe sollte jedoch ein hellerer Braunton sein als eure Holzgrundfarbe, die ihr bereits aufgetragen habt. Fügt keinesfalls Wasser hinzu.
Taucht den Pinsel in Farbe und tupft ihn auf einer Unterlage ab, bis die Farbe fast trocken ist.
Streicht nun in Holzfaserrichtung ganz leicht über das Holz.

Holz-Immitation auf Larp-Waffe Es sollten sich nun folgende Effekte ergeben: einerseits sollen erhöhte Ecken und alles Hervorstehende leichte helle Ränder durch die vornehmlich dort hängen bleibende Farbe bekommen. Andererseits solltet ihr leichte Längsstriemen erkennen, die einer Holzmaserung ergeben, vorausgesetzt ihr habt wie empfohlen bisher in Maserungsrichtung gepinselt.
Übertreibt nicht, sonst zerstört ihr den Effekt dieser Akzente. Ich habe auf käuflich erworbenen Waffen viel zu dicke "Maserungsstriche" gesehen. Hier war die Farbe einfach noch zu dünnflüssig. Sicherlich ist die Art der Maserungsdarstellung aber eine Geschmackssache.
Sieht man die Striche kaum, macht die Farbe lieber etwas heller oder nehmt mehr auf den Pinsel auf, als dass ihr sie zu flüssig verwendet.

Leider können meine Bilder das wirkliche Aussehen des Holzes nur schlecht wiedergeben. In Natura sieht es erheblich besser aus.

Bei Metall ist es allerdings so, dass gepinseltes Latexmetallimitat auf Grund der Pinselstriche nach dem Trockenbürsten je nach Geschmack nicht ganz so schön aussieht wie geairbrushter Latex.
Hier könnt ihr dem feuchten Latex zuvor mit einem Lappen oder ähnlichem eine andere gewünschte Struktur verleihen, die dann später durch das Trockenbürsten hervorgehoben wird. Den Lappen dazu einfach leicht auf die nicht abgeschrägten Bereiche auftupfen.

Zu guter letzt kann man auch mit dem Pinsel Akzentuierungen imitieren, wie sie bei Air-Brush angewendet werden. Geeignet ist diese Technik vor allem für Waffen, die etwas brachialer wirken sollen. Dazu verwendet einfach die verdünnte schwarze Lasurlösung wie ich sie zuvor bereits beschrieben habe. Jetzt müsst ihr sie aber wie richtige Farbe einsetzen, indem ihr bestimmte Teile eurer Waffe abdunkelt.

Gut sieht es aus, wenn die Stelle hinter dem Parier oder den Ansatz der Klingenschräge dunkler sind. Achtet aber auf fließende Übergänge auf einer Seite.
Ihr könnt euch behelfen, indem ihr die dunkle Lasur zunächst weiter reichen lasst. Nach dem Trocknen dieser Schicht trag ihr eine weitere Schicht auf, aber nur noch am Rand. So ist das Schwarz am Rand deutlich intensiver und der Übergang erscheint weicher.

Larp-Waffen Parier Larp-Waffen Klinge

Der Waffenlack

Da Latex eine gummiartige Oberfläche hat, bestünde eine relativ große Verletzungs- und Verbrennungsgefahr, bekäme man die Klinge im Kampf über eine offene Hautstelle gezogen. Dies kann sehr leicht passieren.
Auch behindert eine unbehandelte Latexoberfläche gegnerische Waffen, und damit den Kampfablauf.
Bei jedem quietschendem Geräusch im Kampf sollte man deshalb eiligst die Ursache ergründen und den Mangel beheben. Bis dahin dürft ihr die Waffe nicht mehr benutzen.
Des Weiteren wird die Waffe durch den Waffenlack glänzend. Insbesondere für Metall ist dies sehr schön.

Unter dem in der Larpszene kursierenden Begriff Waffenlack sind viele unterschiedliche Materialien zu sehen. Auch der Begriff Topcoat kann neben einem Firmennamen durchaus unterschiedliche Versiegelungssubstanzen bezeichnen.
Insgesamt handelt es sich aber keineswegs um üblichen Lack. Vielmehr muss er eine glatte Oberflächenversiegelung mit einer dabei immer noch relativ hohen Dehnbarkeit vereinen.
Verwendet werden Substanzen aus unterschiedlichen Bereichen, wie Bodenversiegelung oder Bootsbau, auf PU-Basis. Als Beispiele seien Isoflex und Coetrans genannt.
Aber auch diverse andere Substanzen aus dem Baumarkt gelten immer wieder als Geheimtipp.
Auch Lösungen, die von Larphändlern angeboten werden, unterscheiden sich stark.

Günstige Mischungen mit Acryllack neigen dazu keine ausreichende Dehnbarkeit zu zeigen und kleine Risse in der Waffe bei Gebrauch zu erzeugen. Da sich die angebotenen Substanzen bei Larphändlern ändern können, möchte ich hier keine Angaben dazu machen und darauf verweisen direkt anzufragen oder im Internet nach Informationen zu suchen.
Ich selbst verwende nach einem wenig zufriedenstellenden Waffenlack von einem Larphändler, eine PU-Lösung mit einem Dehnungsgrad von 400 (d.h. 1cm kann ohne Riss auf 4cm gedehnt werden). Hier stellt sich mir inzwischen leider ein Beschaffungsproblem, da die Lösung nur in industriegerechten Mengen erhältlich ist, die ich nicht abnehmen kann.

Je nach verwendeter Versiegelung muss die Waffe nun wieder ein bis sieben Tage trocknen. Bedenkt, dass Waffenlack die Oberfläche je nach verwendeter Lösung etwas härter macht.

Damit die Waffe auch wirklich gut gleitet, sprüht ihr sie vor jedem Gebrauch mit Silikonspray aus dem Supermarkt oder Baumarkt ein.

Früher wurden Waffen häufiger mit Talkum eingepudert, ohne oder mit zuvor aufgebrachten Waffenlack. Ich persönlich finde das immer noch für matte Waffenteile wie z.B. Holz schön, auch wenn es einen erhöhten Arbeitsaufwand bedeutet, da die Talkumschicht immer wieder erneuert werden muss.
Das Holz sollte hierfür aber keine allzu starken Rillen haben, wo sich das Talkum sammeln kann.
Es ist aber auch möglich Metallwaffen einzupudern, Hauptsache, die Klinge gleitet ohne Reibung über die Haut.
Anstelle von Talkum eigenet sich aber auch Babypuder. Die Beschaffung ist hier evtl. einfacher. Ihr solltet allerdings darauf achten, dass es sich um reines Puder ohne Zugabe von Lösungsmittel, Ölen oder Fetten handelt. Das Puder von Penaten eigenet sich beispielsweise recht gut und ist in einer praktischen wiederverschliessbaren Puderdose enthältlich.
Die Oberfläche wird hierbei natürlich nicht härter, wie in geringem Ausmaß bei Waffenlack.

Die Waffenpflege

Latexkrebs Lasst eine Latexwaffe nie in der direkten Sonne liegen und vermeidet allzu große Nässe.
Vermeidet den Kontakt mit Ölen, Benzin- und Lösungsmitteldämpfen.
Sowohl UV-Strahlung als auch Lösungsmittel erzeugen den sogenannten "Latexkrebs". Dies ist eine rein chemische Reaktion, die zu einer strukturellen Veränderung bzw. starken Verkürzung der Latexpolymere führt (Depolymerisation).
Der Latex wird an den entsprechenden Stellen klebrig und riecht unangenehm.
Insbesondere schädigende Metallionen und Lösungsmittel finden sich in falschen Farben, die ihr evtl. zur Einfärbung des Latex benutzt habt, aber vor allem in Patex.
Deshalb ist es so wichtig, ihn beim Bau der Waffe möglichst lange ausdunsten zu lassen, damit sich die Lösungsmittel verflüchtigen können. Kommt auch nicht auf die Idee, kaputte Stellen an eurer Waffe mit Patex reparieren zu wollen und ihn dabei in Kontakt mit der Latexoberfläche zu bringen. Verwendet statt dessen Latex.
Bei tieferen Beschädigungen des Schaumstoffs könnt ihr den Latex großzügig um den Bereich herum entfernen, die Beschädigung mit Patex und evtl. Schaumstoff reparieren, mindestens eine Woche warten und dann wieder Latex auftragen. Jedoch wird so immer ein Rand bleiben.
Bei sicherheitsrelevanten Schäden solltet ihr ganze Teile der Waffe ersetzen oder sie je nach Fall komplett ausrangieren.

Hat eure Waffe "Latexkrebs", müsst ihr den Latex komplett abziehen, da sich die Kettenreaktion im Latex langsam ausbreiten kann. Überstreichen mit Waffenlack oder Latex ist sinnlos.
Besonders an den befallenen Stellen hilft meist nur noch ein sehr scharfer Cutter. Das Fortkommen ist sehr mühsam. Dennoch müsst ihr gründlich vorgehen. Streicht danach die Waffe neu.

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